Publiziert am 24. Juni 2016 um 13:25 Uhr von H.C.
Letzte Woche präsentierte Volkswagen seine neue Konzernstrategie ‘Together’ mit Fokus auf das Jahr 2025 in Wolfsburg in der Autostadt. Hier die Pressemitteilung inklusive Video (ca. 1h): http://www.volkswagenag.com/content/vwcorp/info_center/de/news/2016/06/2025.html. Hier das Video vom VW Youtube-Kanal:
Pressekonferenz Volkswagen Konzern: „TOGETHER – Strategie 2025" Dieses Video auf YouTube ansehen. Hinweis: Durch aktivieren der Wiedergabe (Play-Button) werden Daten von Youtube nachgeladen. Bitte beachten Sie dazu unsere Datenschutzerklärung In der Präsentation vom Vorstandsvorsitzenden Herrn Müller fand sich auch die Aussage das bis 2025 ca. 20-25% der Konzernfahrzeuge BEV’s (Battery Electric Vehicles – also 100% E-Fahrzeuge) sein sollen. Aus der verlinkten Pressemittelung:
“Für den eigenen BEV-Absatz im Jahr 2025 prognostiziert der Volkswagen Konzern ein Volumen von zwei bis drei Millionen Einheiten, entsprechend einem Anteil von rund 20 bis 25 Prozent am dann erwarteten Gesamtabsatz.” Das währen dann ein Konzernabsatz von 10-12 Millionen Kfz in 2025 (also weiteres Wachstum – zumindest aber Stagnation des Absatzes der VW AG).
Reality-Check
Mal Preise, Ökonomie, Kundeninteresse, Technologiereife, Akzeptanz, die Wünsche der Bundesregierung und ganz viele andere Fragen der Industrialisierung und Massenfertigung bei Seite. Um die Batterieproduktionskapazität dafür zu schaffen müsste VW ca. 5 Stück „Tesla Gigafactories“ (produzieren je ca. Akkus für ca. 500.000 BEV) bis 2025 finanzieren und (ggf. durch Zulieferer) aufbauen (lassen) um die nötigen Batterien zu produzieren. Dazu kämen dann auch noch die Rohstoffketten, insb. für Lithium und aktuell u.a. auch Kobalt.
Zum Vergleich: Tesla selber hat Probleme mit seiner GigaFactory (siehe auch meinen Artikel zur Gigafactory), wo im Mai 2014 Baubeginn war und welche im Herbst dieses Jahr mit ca. 14% der geplanten Kapazität erste Batterien produzieren soll.
Nun stellt sich die Frage: Kann Volkswagen selber (oder über Partner) ca. 4-5 GigaFactories innerhalb gut 9 Jahren (also bis 2025) – alleine für seinen Eigenbedarf – aufbauen und voll in Betrieb nehmen?, die dazu nötigen Rohstoffe sichern? hier insbesondere Krisengebietfreies (Kongo) Kobalt? und das Risiko eingehen mit Minenbetreibern konkrete zukünftig Abnahmeverpflichtungen zu vereinbaren – ohne zu wissen ob die Kunden die geplanten BEV’s auf kaufen? und das in einem globalen Fahrzeugmarkt, wo Mitbewerber ggf. das gleiche Ziel haben (Anm.: Soweit Sie es für Marktwirtschaftlich sinnvoll einschätzen)?
Technologisch müsste man dann (wenn man sofort los legt) ja grob die aktuell verfügbare Zellchemie benutzen – zumindest für die ersten Batteriewerke. Also stehen dann auch bereits die Rahmen für Kosten, Gewicht- & Energiedichte (z.B. NMC 622 bzw. 811).