Lade...
 

LimitsToGrowth Blogarchiv

LtG Wochenrückblick 2016-07-10

admin Sonntag Juli 10, 2016
  • Gail Tverberg zu Energie-Limits und warum wir deswegen langfristig niedrige Energiepreise sehen werden: https://ourfiniteworld.com/2016/07/06/energy-limits-why-we-see-rising-wealth-disparity-and-low-prices/ – Der Artikel basiert auf einer aktuellen Präsentation von Tverberg und beleuchtet insb. die Rolle Kredit(expansion/implosion) und die Auswirkung auf Nachfrage und Preise.
  • Art Berman bei Martenson im Interview über (zukünftige) Ölpreise (Entwicklungen), Preise welche die Produzenten benötigen, Shale, etc.: http://www.peakprosperity.com/podcast/99333/art-berman-coming-moonshot-oil-prices  – Interessantes Interview, Angaben über die neu erschlossenen Öl-Ressourcen der letzten beiden Jahre (extrem wenig), die Preisstruktur die die Förderländer benötigen.
  • Euan Mearns betrachtet verschiedene High-Altitude Wind-Power Projekte in die sich u.a. Google & Gates gerade einkaufen: http://euanmearns.com/high-altitude-wind-power-reviewed/ – Bei Kitegen soll ein ERoEI von über 300 drin sein – im Vergleich zu “Boden”-Wind mit angenommen ca. 18. Dies wegen deutlich weniger Material (Stahl, Beton, etc. pp) und somit weniger Kosten bei deutlich mehr und konstanterem Wind / Energie in größeren Höhen.
  • Über die Nachfragezerstörung und die Probleme die die Industrie mit dem niedrigen Ölpreis hat -> die zukünftige Krise ist eingebaut: http://peakoil.com/consumption/demand-destruction-and-peak-oil-2 – Kernsatz: “We are fully under the influence of petroleum demand destruction. The global oil market can’t function without real oil production price discovery, which doesn’t exist in the currently deflationary global economy, which forces indebted producers to sell far below cost.” – mit gutem Kommentar von “shortonoil” etwas weiter unten: “….. The world is now spending $2.3 trillion per year more to produce oil than what is received when it is sold. The world is now losing a great deal of money to maintain its dependance on oil…. “
  • Arctic News meldet das die arktische Seeeinprognose für den Herbst 2016 (jährliches Minimum) nicht gut aussieht: https://arctic-news.blogspot.de/2016/07/2016-arctic-sea-ice-headed-to-zero.html sowie von heute https://arctic-news.blogspot.de/2016/07/extreme-weather-events.html– Zwar sind wir aktuell nur “noch” bei den 2016 Rekordtief – aber die Dicke (Volumen) des verbliebenen Eises ist deutlich geringer als in 2016. Zudem ist das Wasser wärmer, so das wenn es im Winter wieder friert zwar oben Eis ist – es aber von unten weiter ab-tauen könnte. Nicht gut….

Und als Betthupferl zum Schluss:

  • Der ökologische Autofahrer fährt Oxymoron! – Kolumne aus dem VCD Magazin 3/2016: https://www.fairkehr-magazin.de/2016-3-fairkehrt.html. – Der Text ist mäßig, aber die Überschrift ist klasse – denn Autofahren kann niemals Ökologisch, sondern nur weniger schlecht als sein eigener Vergleichsmaßstab sein.

Rudert Tesla bei der Garantie für Batterien zurück? – was bedeutet das?

admin Montag Juli 4, 2016

Petersen von InvestorIntel hatte ich bereits im Artikel zur Gigafactory verlinkt. Nun hat er einen neuen Artikel “Tesla Energy’s Incredible Shrinking Powerwall Warranty” – in dem die geänderten Garantiebedingungen von Tesla besprochen werden.

Neue Garantiebestimmungen für Teslas Powerwall

Nach dem Artikel hatte Tesla bis vor kurzem die prozentuale Kapazität der Akkus die nach n Jahren bzw. x MWh Nutzungskapazität noch da sein müssen, damit die Batterie noch als “o.k.” gilt genau spezifiziert. Petersen gibt an:

  • >85% bei a) <4MWh Nutzung oder b) bis zu 2 Jahren Alter ab Installation
  • >72% bei a) <9MWh Nutzung oder b) bis zu 5 Jahren Alter ab Installation
  • >60% bei a) <18MWh Nutzung oder b) bis zu 10 Jahren Alter ab Installation
  • Bei a) oder b) was immer zuerst eintreten mag

Nun heißt es nach Petersen und Tesla in den neuen Garantiebestimmungen recht unscharf u.a.:

''“In addition, this Limited Warranty does not cover (a) normal degradation of your Powerwall’s energy capacity over time; (b) normal wear and tear or deterioration, or superficial defects, dents or marks that do not impact the performance of your Powerwall;….”
''
aber Konkret zugesicherte Kapazitäten gibt es nicht mehr.

Meine (persönlichen) E-Bike Erfahrungen mit LiMn

Das ganze spiegelt daswieder was ich auch selber mit meinen LiMn Zellen von Panasonic (Tesla-Zulieferer) in meinem (Selbstbau) E-Bike erlebt habe: Nach 3-4 Jahren geht die Performance des Akkus deutlich in die Knie. Anscheinend je schlimmer je mehr der Akku a) voll geladen gelagert wurde, b) je mehr er entladen wurde, c) je mehr Hochstrom abgerufen wurde und d) je höher die Umgebungstemperatur bei Betrieb oder Lagerung war.

Hört sich fast so an, also sollte man den Akku gar nicht nutzen damit er nicht schlechter wird? – So ungefähr ?

Was kann man für den (LiMn) Akku konkret tun?

In diesem Blog findet sich so auch ein interessanter Artikel mit vilen Daten, Kurven und Analysen zum Leistungsverlust der LiMn Zellen (ungefähre Basistechnologie auch für Tesla) im Nissan Leaf über die Zeit und angesichts der Umgebungs- und Nutzungsbedingungen.

Als Empfehlung geht daraus hervor:

  • Ladezustand bei 30-40% halten – wenn auch immer möglich. Erst auf  80% oder 100% kurz vor einen längeren Fahrt aufladen.
  • Entladung klein halten –  Beispiel:  Zwei Zyklen von 60% auf 30% anstatt ein Zyklus von 90% auf 30%.
  • Wärme (Hitze, direkte Sonneneinstrahlung) meiden!
  • Möglichst verhalten beschleunigen und langsam / effizient fahren:
    • Erzeugt weniger Abwärme im Batterie-Pack.
    • Reduziert Ladezyklen.

Alles zusammen sicher ein deutlicher Komfortverlust für ein BEV.

Fazit

Ich bin mal gespannt was aus Teslas (und anderen) E-Fahrzeugen wird – wenn diese mit aktuell besserer Garantie mal 5 Jahre alt werden und die Kapazitätsverluste transparenter werden. In den ersten Jahren kann das Batteriemanagement noch gut mit den eingeplanten Reserven arbeiten. Irgendwann sind diese aber verbraucht. Und auch Ein Akku der nur noch 70.80% der ehemaligen Kapazität liefert kann (bei geringer Basiskapazität) nervig werden – was ich von meinem E-Bike her kenne.

Dem Leaf-Artikel nach dürften ältere E-Fahrzeuge in Zukunft ein beträchtliches ökonomisches Risiko darstellen bzw. massiv im Wiederverkaufspreis verlieren – denn ein (großer) Ersatz-Akku für ein BEV ist nicht billig. Zumindest bei LiMn (basierender) Chemie und so lange bis sich die Batterietechnik nicht weiter verbessert.

Eine Mobilitätsvision von Gunter Dueck – 85% der Autos “weg”

admin Samstag Juli 2, 2016

Passend zu meinen Degrowth-Hypothesen die ggf. mit Bereich der individuellen Mobilität mit PKW anstehen habe ich heute mal wieder eine Keynote von Gunter Dueck (ehemaliger IBM Fellow im aktiven Ruhestand) beim ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V) geschaut in der er genau das ab Minute 11 thematisiert.



Wie sieht der Mensch 4.0 aus?: Keynote Dr. Gunter Dueck | ZVEI Dieses Video auf YouTube ansehen.
Hinweis: Durch aktivieren der Wiedergabe (Play-Button) werden Daten von Youtube nachgeladen. Bitte beachten Sie dazu unsere Datenschutzerklärung

Industrie 4.0, Digitalisierung und KI

Im Vortrag greift Dueck das Thema Industrie 4.0 auf – was die ZVEI gerade bewegt – und spinnt dieses weiter – bezüglich der wirklichen Herausforderungen an diese Industrie, an die Qualifikation der Mitarbeiter bzw. Angestellten – angesichts des anstehenden Wandel der nächsten 10-15 Jahre (wenn alles so weiter geht wie erwartet).

Digitalisierung? War gestern. Künstliche Intelligenz? Ist gerade. Und was sind die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auf Beschäftigung und zukünftige Anforderung derer die im Beruf verbleiben? Auch darauf antwortet Dueck mit seinen Thesen.

Duecks Mobilitätsvision

Als Beispiel für den Umbruch macht Dueck seine Mobilitätsvision auf: “Ich verbiete den Privatbesitz von Autos ganz und mache das alles mit automatischen Autos…. weil wenn da noch ein paar BMW oder Mercedes-Fahrer drin rumpfuschen – das ist nicht gut – die machen dann wieder Staus. Die Selbstfahrenden Autos sind ja nicht blöd – die fahren einfach immer hinterher. Dann geht das auf der Autobahn viel schneller – es ist nie Stau, kein Unfall – es ist alles in Ordnung. Da können besoffene drin liegen – es ist alles gut!

(Lacher vom Publikum)

Weiter: “… ich gebe jedem 24.000 Kilometer frei vom Staat her…. kann ja auch die Bürgersteige frei benutzen …. fertig.

Dann die rhetorische Frage: “Warum will ich das?

Selbstantwort: “Erstens aus technischen Gründen… sie brauchen dann keine Versicherung…. hat keiner was damit zu tun. Das fällt weg. Dann das Problem das Ihr Auto parkt…. ich hab ausgerechnet ich fahre 5% der Daytime übers Jahr…. wenn Sie einen BMW oder Porsche oder so haben dann fahren Sie nur 3% weils schneller geht…

(Lacher vom Publikum)

Vision

Letztendlich hebt Dueck darauf ab, das unsere Fahrzeugflotten 95% “Idle” sind. Seine Vision ist die Hälterschaft z.B. an Uber oder Google abzugeben die dann den Fahrzeugpool managen. Ziel wäre es die Ausnutzung der Fahrzeuge von 5 auf 30-40% zu heben. Das würde bedeuten, das nur noch 1/6 oder 1/8 der heutigen Autos benötigt würden.

Dann wieder Dueck: “Das ist Deutschland in 15 Jahren – und Sie bauen da rum als Zulieferer und machen da irgendwas – verstehen Sie? – die Autos braucht man nicht mehr! Das wollte ich sagen… und daran kommen Sie nicht vorbei.

Und weiter: “Sie machen…. so noch ein 0.5% Kosteneinspaarung – und ich sage man braucht die Autos gar nicht!

Ähnliches prognostiziert er dann für LKW’s die dann durchfahren wodurch in Summe weniger LKWs benötigt werden. Letztendlich wird dadurch alles besser – weil auch alte Menschen dadurch Mobilität bekommen die Sie sich jetzt ggf. nicht leisten (weil das Auto 99.5% steht) – oder weil Sie nicht mehr fahren können. Dann hebt er darauf ab, was das für die Anwesenden bedeute – was man alles für Berufe, Berufsbilder und Massen an Ingenieuren nicht mehr benötigt.

Der ganze Vortrag ist in jedem Fall sehenswert!

Weiter gedacht

In solch einem Modell würde sogar E-Mobilität gut funktionieren. Ein automatisches (und zentral gesteuertes) System kann das Energiemanagement viel mehr optimieren, die Kfz laden automatisiert in Nebenzeiten (abgestimmt mit Netzbetreibern) auf. Dies dann wenn z.B. EE-Strom vom Netz weg muss (u.a. Grundlast oder Wind in der Nacht). Viele der Toten und Verletzten in D durch den Straßenverkehr (ca. 4000 Tote, 300000 Schwerverletzte) könnten auf einen Schlag vermieden werden!

Natürlich gibt es viele Detailfragen, natürlich wird man nicht von einem Tag auf den anderen Millionen Fahrzeuge produzieren und umstellen können. Natürlich wird es nicht 24.000 KM/Jahr für jeden Gratis geben – aber ggf. ÖPNV umsonst (eine modern wirtschaftende funktionierenden Gesellschaft braucht aktuell noch physische Mobilität), Autofreie Innenstädte (außer die automatisch fahrenden) und unschlagbar günstige Tarife (im Vergleich zu einem privat gehaltenen Kfz) – für das automatisierte Fahren.

An den Geschäftsmodellen wird gearbeitet. Und Uber, Google & Co. können nur verdienen – wenn irgendwo gespart wird.  Der größte Kostenfaktor an dem hier gespart werden kann ist das Auto das nicht angeschafft wird und der größte Gewinn ist das Auto was maximal ausgenutzt wird, lange Lebt, wenig Wartung benötigt, etc. pp – was gerade im Flotteneinsatz wieder für die E-Traktion spricht.

Den letzten Punkt noch weiter gedacht: Wo die Modellpolitik und kurze Zyklen eingeführt wurden, damit der Kunde schneller wieder “neu” Kauft, wo geplante Obsoleszenz ebenfalls zum Neukauf animieren soll  – da sind dies für Flottenbetreiber zukünftiger voll automatisierter Systeme nur lästige Kostentreiber. So kann z.B. ein Fokus auf Langlebig- und Updatebarkeit (der Auto-Hardware)  den Bedarf an die jährliche Stückzahl von Fahrzeugen noch weiter verringern.

Unrealistisch? Ich nenne das mal eine (gar nicht so neue) provokativ gute Zukunftsvision. Und diese hat aufgrund der Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz (KI) und der immer größer werdenden Probleme (u.a. LtG) durchaus Potential ?

LtG Wochenrückblick 2016-07-02

admin Samstag Juli 2, 2016
  • ERoEI von über 300 mit High-Altitude-Wind-Power möglich? http://euanmearns.com/the-eroei-of-high-altitude-wind-power/ – Euan Mearns (Energy Matters Blog) zerlegt so ziemlich alles in Richtung ERoEI und wirklicher Lösungen bez. unserer Energieprobelmatik (u.a. die erneuerbaren – was diesen Artikel wirklich wertvoll und positiv macht!). Er bereutet gerade einen längeren Artikel vor – und hat schon mal einen Teaser vorgestreckt.

 

Fernsehserie Utopia – thematisiert die zentrale Frage

admin Samstag Juni 25, 2016

Ich schaue ja kaum noch TV, Filme und Serien – aber Utopia scheint ein ziemlich krasser Knaller zu sein. Hier einmal die Eröffnungsszene der 6ten Episode der zweiten Staffel:



Utopia - Season 2, Episode 6 - Opening scene Dieses Video auf YouTube ansehen.
Hinweis: Durch aktivieren der Wiedergabe (Play-Button) werden Daten von Youtube nachgeladen. Bitte beachten Sie dazu unsere Datenschutzerklärung
Es ist interessant in welcher dramaturgischen Weise uns hier in den westlichen (Wohlstands-)Gesellschaften der Spiegel vorgehalten wird. Interessant deswegen, weil das Thema Populationswachstum – was auch schon Paul R. Ehrlich in 1968 bewegte – sonst eher sehr verhalten in den Medien diskutiert wird.

In der Diskussion wird schnell auf China oder Indien gezeigt – dabei wird aber oft verdrängt z.B. Kind hier ein Deutschland den gleichen Ressourcen-Fußabdruck wie ca. 10 Kinder in Indien hat. Im Vergleich zu einigen Staaten in Afrika ist die Differenz aber noch viel größer.

Das Tabuthema Population?

Das Thema ist fast ein Tabu-Thema und es ist für viele nicht einfach – aber es ist zentral für den Energie und Ressourcenverbrauch und damit für die Zerstörung (nicht nur) unserer Lebensgrundlage. Denn würden wir deutlich weniger Menschen auf der Welt haben – dann wären die Probleme im Bezug z.B. zu den Regenerationskapazitäten der Ökosphäre deutlich weniger Problematisch.

Versteht mich nicht falsch: Ich kenne viele Menschen die Kinder haben – und diese würden Ihre Entscheidung niemals rückgängig machen, auch wenn es manchmal nicht immer einfach ist. Das kann ich gut verstehen und ich akzeptiere diese Entscheidungen und freue mich auch für diese Menschen & Kinder!

Was ich aber nicht mag ist, das Menschen die Sich bewusst (insb. mit Blick auf die LtG) gegen Nachwuchs entschieden haben als Egoisten tituliert – oder mit der Frage: “Wer zahlt den einmal eure Rente?” verbal angegriffen werden. Denn, so hoffe ich, setzt keiner Kinder in die Welt – nur damit diese später einmal für die eigene Rente arbeiten. Meine Ansicht dazu ist: Mit der heutigen Produktivität ist es gar kein Problem auch mit weniger einer Erwerbstätigkeit nachgehenden Menschen die Rentner mit zu versorgen.

Denn die “Wert zahlt den einmal eure Rente” Sichtweise blendet eine sehr wichtige Frage komplett aus: “Wo landen denn all die Produktivitätsgewinne?”. Und diese Frage wird in der Gesellschaftlich- Politischen Diskussion aktuell kaum gestellt…

Wer fängt (freiwillig) an?

Irgendwer muss (freiwillig) anfangen voran zu gehen und seine (materiellen) Ansprüche, auch in Bezug auf die Anzahl des Nachwuchs, zu reduzieren. Denn den Lebensraum den wir Menschen (und unsere domestizierten Tiere) auf diesem Planeten einnehmen – den nehmen wir unweigerlich allen anderen Spezies weg. Die Alternative wäre irgendwann eine unfreiwillige Einschränkung – entweder wie in China per Gesetz – oder durch eine große Krise. Aber muss es erst zu einer großen Krise kommen? Sollten wir als globale Gesellschaft nicht mehr Weitsicht, gerade im Sinne der Kinder, haben?

So wäre es schön, wenn die, die bewusst mit Blick auf die LtG auf das Kinderglück verzichten von der Gesellschaft im ersten Schritt zumindest keine Ablehnung – sondern zumindest etwas wie ‘anerkennendes Verständnis‘ erfahren. Wer es besser ausdrücken kann -> Kommentare sind immer willkommen!

Deutscher Klimawandel-Postcast: Schneller als Gedacht

admin Freitag Juni 24, 2016
Klimawandel ist ein erstes Thema. Einige Menschen gehen dabei von der Möglichkeit aus, das das was uns das IPCC sagt nicht die ganze Wahrheit ist – also größere Änderungen schneller als Gedacht – anstehen könnten. Das ganze nennt sich dann ‘abrupter’ Klimawandel. In diesem Themenkontext gibt es jetzt einen neuen und durchaus hörenswerten Podcast: [https://www.fasterthanexpected.com/|Schneller als Gedacht] produziert von Wolfgang Werminghausen.!!!Inhalt der PodcastsEin Teil der Podcast-Episoden ist in Deutsch – ein anderer in Englisch. Grundsätzlich geht es um die eventuellen Entwicklungen – aber auch wie Menschen emotional mit der Möglichkeit eines schnelleren Klimawandels umgehen und was Sie ggf. für persönliche Entscheidungen treffen. Da der Klimawandel nur eines der vielen ‘Limits‘ darstellt sind viele der Gedanken übertragbar. Der Podcast ist gut produziert und die Gäste sind interessant. Das ganze ist für die, welche sich mit dieser speziellen Ausprägung des Klimawandels noch nicht beschäftigt haben ggf. ‘Starker Tobak’, dies insbesondere weil einige Gäste, wie z.B. Guy McPherson, das ganze sehr schwarz sehen. Andere, wie der Klimaforscher Beckwith, der gerade interviewt wurde hat aber eine deutlich differenziertere Meinung.Nichts desto trotz: Der Podcast macht klar, das die Ziele der Klimakonferenz in Paris mehr als Zaghaft waren und mehr Handlungsbedarf existiert. Eventuell sind die Informationen im Podcast ja auch noch einmal ein Grund oder eine Motivation über das eigene Handeln nachzudenken, auf die nächste Flugreise zu verzichten, auf ÖPVN und Rad umzusteigen etc. pp. Auch wenn der Effekt begrenzt sein mag – irgendwo und bei irgendwem muss das handeln ja anfangen ?!!!Meine Ansicht zum ‘abrupten’ KlimawandelIch habe mich in 2014 selber intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt ([http://limitstogrowth.de/wp-content/uploads/2016/11/Klimaauszug_aus_Energie_Wachstum_Optionen_v41_2014.pdf|Zusammenfassung aus 2014 hier]) und halte eine dramatische (negative) Veränderung des Weltklimas in den nächsten 10-30 Jahren ebenfalls für möglich (wie so vieles). Das ganze Thema ist aber sehr komplex – und trotz alles Lesens bin ich weit weg davon die Größenordnungen begreifen zu können.Was aktuell aber real passiert (also nicht nur in Klimamodellen), insbesondere in der Arktis (neue Temperatur- und [https://arctic-news.blogspot.de/2016/06/ocean-heat-overwhelming-north-atlantic.html|Negativrekorde für die Eisausdehnung]) ist aber definitiv nicht gut. Die Auswirkungen eines destabilisierten Jetstreams erleben wir gerade. Die [https://en.wikipedia.org/wiki/Arctic_methane_emissions|Methanproblematik ]wird öffentlich kaum diskutiert – und das ‘[https://de.wikipedia.org/wiki/Globale_Verdunkelung|Global Dimming]‘ fast gar nicht. Und viele dieser Trends ‘übertreffen’ leider viele Szenarios der (IPCC) Klimamodelle oder sind in diesen meist nicht berücksichtigt (u.a. Methan) – nicht gut.Letztendlich ist das Fazit meiner eigenen Recherchen: Der Klimawandel hat einen Nachlaufeffekt – das was vor 10-20 Jahren an CO2 & Co. emittiert wurde – das sehen wir gerade. Am Verlauf der nächsten 10-20 Jahre können wir kaum etwas ändern – selbst wenn es jetzt einen Vollstop gäbe, der sich aber in keiner Weise abzeichnet. Klingt fatalistisch – ist aber wohl so! Wir können aber für die Zeit danach immer noch etwas ändern – selbst wenn es nicht mehr in unsere Lebensspanne fällt.!!!Andere Blog & Postcast Tips im Kontext Klimawandel
 Im englischsprachigen Raum gibt es noch folgende Quellen / Podcasts zum Thema (abrupter) Klimawandel in der einen oder anderen Form:*[http://www.ecoshock.info/|Radio Ecoshock] – hat viele Wissenschaftler im Interview, überaus fundiert.*[http://arctic-news.blogspot.de/|Arctic News] – Sehr aktuelle Informationen über die Entwicklung in der Arktis*[http://www.climatecodered.org/|Climate Code Red] – Seite von Buchautor und Forscher David Sprattund etwas für die ‘abrupte’ Fraktion:*[http://naturebatslast.podbean.com/?source=pb|Nature Bats Last] – Postcast von Guy McPherson*[https://extinctionradio.net/|Extinction Radio] – wie der Name schon sagt ? 

Zentralbanken jetzt für (Gsell’sches) Schwundgeld?

admin Freitag Juni 24, 2016

Publiziert am 24. Juni 2016 von H.C.Image Bild 1. Wörgler Schwundgeld aus Wikipedia (gemeinfrei)
Wer das Konzept des Schwundgeldes nicht kennt hier in kürze: Gespartes (Bar- oder Giral-) Geld wird mit der Zeit weniger Wert – dadurch soll es einen Anreiz geben es a) auszugeben und damit die Wirtschaft zu beleben bzw. b) erst gar nicht zu viel Geld unnötigerweise aufzuhäufen und etwas schöneres mit der Zeit zu machen als für Geld zu arbeiten ?

Bei Club Orlov gab es nun einen durchaus lesenswerten Artikel zu negativen Zinsen – und warum Sie unvermeidbar, ja sogar notwendig sind: https://cluborlov.blogspot.de/2016/06/the-money-cult.html. Anmerkung: Bei negativen Zinsen wird das Geld auf dem Konto (Giralgeld oder in der Spareinlage) mit der Zeit weniger anstatt mehr – das ist dann faktisch Schwundgeld.

Orlov stellt zu den negativen Zinsen 3 Fragen:

1. Why did zero interest rates become necessary?
2. Why are negative interest rates now necessary? and,
3. Why are negative interest rates a really excellent idea?*
Aktuell sind wir aber noch nicht so weit. Für normale Kunden von Banken gibt es bzw. bei Tagesgeldkonten aktuell nur noch minimalste Zinsen (u.a. 0.1%) . Die Banken versuchen oder planen aktuell z.B. über Zusammenschlüsse, Kostensenkungen, Gebührenerhöhungen Ihre Rendite zu sichern. Was ist aber wenn das in Zukunft nicht mehr reichen sollte und die Zinsen z.B. bei der Einlagenfazilität der EZB noch negativer als die aktuellen -0.4% werden sollten?

Schauen wir uns Orlovs Argumentation an. Zu den Fragen:

Warum Negativ?

Die erste Frage – also Warum Null-Zinsen nötig sind – beantwortet er folgendermaßen:

Interest rates went to zero because economic growth went to zero.
In Deutsch:

Zinsen gingen auf null weil das Wirtschaftswachstum (vorab) auf null gegangen ist.’
Es ist ganz zentral zu verstehen, das die Zinsen nicht Ursache – sondern folge sind. Und die Zinsen sinken bereits seit ca. 1980! Was war davor? Die erste (Energie bzw.) Ölkrise.

Image

In einer Welt wo die zukünftigen Erwartungen schlechter sind als die von heute müssen auch zwangsläufig die Zinsen sinken – den hohe Zinsen wären im (Schnitt der Wirtschaftsteilnehmer) nicht realistisch (u.a. da es auch weniger Schuldner gibt die sich auf das Spiel – angesichts schlechterer Rahmenbedingungen und Erwartungen – einlassen).

Wachstum ist nicht unbegrenzt möglich und wird insbesondere determiniert durch billig verfügbare Energie. Seit den 80ern findet aber bereits eine Energie-Substitution statt. Wo vormals billiges und allzeit verfügbares Öl genutzt wurde (u.a. Stromproduktion, Heizung, etc.) wurde es nach und nach durch andere Energieträger abgelöst (u.a. Gas, Atom und Kohleverstromung) – weil Öl für diese Anwendungen zu teuer bzw. zu ‘kostbar’ wurde. Einzig im Transportsektor ist Öl aufgrund seiner Energiedichte und Versatilität (einfache Transportier- und Lagerbarkeit – Öl bringt eben seinen eigenen Speicher mit) bisher unverzichtbar.

Warum sind negative Zinsen nötig?

Die zweite Frage – also warum nun negative Zinsen nötig sind – beantwortet Orlov folgendermaßen:

“2. Once you are faced with a continuously shrinking economy, just holding interest rates at zero is not sufficient to forestall financial collapse. The interest rates must go negative.”
Frei übersetzt: In einer (real) schrumpfenden Wirtschaft reicht es nicht die Zinsen bei null zu belassen. Dies da die bereits verschuldet sind nicht pleite gehen – weil dieses sonst Probleme für die Banken und Kapital/Geldhalter bedeuten würde. Dies, da Schulden 1:1 Guthaben gegenüber stehen und Assets (Kapital – also Gebäude, Fabriken, etc.) oft Kreditsicherheiten sind. Fallen Kredite aus – oder werten Assets massiv ab – haben Banken und damit die Wirtschaft – massive Probleme. Lösung im nächsten Schritt: eine ‘Belohnung’ für das ‘verschuldet-sein’ bekommen.

1.1.2. Warum ist das ganze eine gute Idee?*

Zu allerletzt diskutiert die Frage drei – warum negative Zinsen gut sind – sowie die Folgen negativer Zinsen, was letztendlich auf eine Spielverlängerung (‘Business As Usual’ – BAU) für unsere Wirtschaft (im Angesicht der LtG) hinausläuft.

Denn wenn es (in Zukunft) eine Belohnung für die Kreditnehmer (die schon oder demnächst Verschuldeten) gibt, dann kann ein (kurz- oder mittelfristiger) Bankrott dieser oft vermieden werden – und neue Spieler haben ein ‘incentive’, eine Belohnung, sich zu verschulden, zu konsumieren und das ganze (Wirtschafts-)Spiel zu verlängern. Denn nur wenn das (Geld bzw.) Kreditsystem als ganzes weiter expandiert und Investitionstätigkeit und Konsum stattfindet kann die nächste (zyklische) Wirtschaftskrise – bei Ausbau der Fallhöhe – verschoben werden.

Aber nichts ist ohne Folgen…. worauf dann der Artikel noch weiter eingeht.


P.S.: * if you ignore certain unintended consequences (which is what everyone does all the time, so let’s not worry about them just yet).

Volkswagen ‘Together’ Strategie: 2-3 Millionen BEV in 2025 plausibel?

admin Freitag Juni 24, 2016

Publiziert am 24. Juni 2016 um 13:25 Uhr von H.C.

Letzte Woche präsentierte Volkswagen seine neue Konzernstrategie ‘Together’ mit Fokus auf das Jahr 2025 in Wolfsburg in der Autostadt. Hier die Pressemitteilung inklusive Video (ca. 1h): http://www.volkswagenag.com/content/vwcorp/info_center/de/news/2016/06/2025.html. Hier das Video vom VW Youtube-Kanal:



Pressekonferenz Volkswagen Konzern: „TOGETHER – Strategie 2025" Dieses Video auf YouTube ansehen.
Hinweis: Durch aktivieren der Wiedergabe (Play-Button) werden Daten von Youtube nachgeladen. Bitte beachten Sie dazu unsere Datenschutzerklärung
In der Präsentation vom Vorstandsvorsitzenden Herrn Müller fand sich auch die Aussage das bis 2025 ca. 20-25% der Konzernfahrzeuge BEV’s (Battery Electric Vehicles – also 100% E-Fahrzeuge) sein sollen. Aus der verlinkten Pressemittelung:

“Für den eigenen BEV-Absatz im Jahr 2025 prognostiziert der Volkswagen Konzern ein Volumen von zwei bis drei Millionen Einheiten, entsprechend einem Anteil von rund 20 bis 25 Prozent am dann erwarteten Gesamtabsatz.”
Das währen dann ein Konzernabsatz von 10-12 Millionen Kfz in 2025 (also weiteres Wachstum – zumindest aber Stagnation des Absatzes der VW AG).

Reality-Check

Mal Preise, Ökonomie, Kundeninteresse, Technologiereife, Akzeptanz, die Wünsche der Bundesregierung und ganz viele andere Fragen der Industrialisierung und Massenfertigung bei Seite. Um die Batterieproduktionskapazität dafür zu schaffen müsste VW ca. 5 Stück „Tesla Gigafactories“ (produzieren je ca. Akkus für ca. 500.000 BEV) bis 2025 finanzieren und (ggf. durch Zulieferer) aufbauen (lassen) um die nötigen Batterien zu produzieren. Dazu kämen dann auch noch die Rohstoffketten, insb. für Lithium und aktuell u.a. auch Kobalt.

Zum Vergleich: Tesla selber hat Probleme mit seiner GigaFactory (siehe auch meinen Artikel zur Gigafactory), wo im Mai 2014 Baubeginn war und welche im Herbst dieses Jahr mit ca. 14% der geplanten Kapazität erste Batterien produzieren soll.

Nun stellt sich die Frage: Kann Volkswagen selber (oder über Partner) ca. 4-5 GigaFactories innerhalb gut 9 Jahren (also bis 2025) – alleine für seinen Eigenbedarf – aufbauen und voll in Betrieb nehmen?, die dazu nötigen Rohstoffe sichern? hier insbesondere Krisengebietfreies (Kongo) Kobalt? und das Risiko eingehen mit Minenbetreibern konkrete zukünftig Abnahmeverpflichtungen zu vereinbaren – ohne zu wissen ob die Kunden die geplanten BEV’s auf kaufen? und das in einem globalen Fahrzeugmarkt, wo Mitbewerber ggf. das gleiche Ziel haben (Anm.: Soweit Sie es für Marktwirtschaftlich sinnvoll einschätzen)?

Technologisch müsste man dann (wenn man sofort los legt) ja grob die aktuell verfügbare Zellchemie benutzen – zumindest für die ersten Batteriewerke. Also stehen dann auch bereits die Rahmen für Kosten, Gewicht- & Energiedichte (z.B. NMC 622 bzw. 811).

Fazit

Tesla und seine Gigafactory – mehr Schein als Sein?

admin Freitag Juni 24, 2016
Original veröffentlicht von H.C. am 24. Juni 2016 um 11:43 Uhr.

Tesla baut ja bekanntermaßen seine ‘Gigafactory‘ welche bei Vollausbau einmal ca. Akkus für 500.000 Kfz pro Jahr produzieren soll. Dabei verdoppelt allein diese Anlage die globale Produktionskapazität an auf Lithium basierenden Batterien (zum Stand von 2013)!

Man kann geteilter Meinung sein ob ein Tesla Modell 3 für 35000$ in der Grundausstattung nun die Mobilitätsprobleme der Welt ‘nachhaltig’ löst. Für mich selber ist das immer noch ein Luxus-Fahrzeug für Technik-verliebte. Und angesichts des Preises muss da auch einiges an Ressourcen und Energie ‘rein gehen‘ – also das Gegenteil von nachhaltig und Ressourcenspaarsamkeit.

Aber wie steht es um die Versprechen von Elon Musk in Bezug auf die GigaFactory die einmal die Akkus für das Modell 3 produzieren soll? Ein Interessanter Artikel erschien nun bei Investor Intel: ‘Petersen on the Tesla Gigafactory and Model 3‘ Sicherung bei archive.org. Dieser besagt grob, das die Gigafactory aktuell wohl nur zu 14% ausgebaut ist – und noch wichtiger, die Anoden-, Kathoden-, Elektrolyt- und Isolatormaterialien noch nicht in der Fabrik hergestellt werden können und zugekauft werden müssen.

Wo liegen die Einsparung bei der Gigafactory?


Die Problematik: Die Batterieproduzenten machten historisch gesehen oft keinen Gewinn und haben auch kaum eine Marge. U.a. deswegen haben sich wohl auch Daimler & Co. aus diesem Bereich mit einer eigenen Produktion zurückgezogen. Gewinn machen mit den Batterien so denn insbesondere die Hersteller der Anoden-, Kathoden-, Elektrolyt- und Isolatormaterialien – bei denen auch die Patente und viel des Material- und Metallurgischen Know-Hows liegt. Wie Tesla hier gegenüber der Großserienfertigung seines Partners Panasonic substantielle Vorteile erzielen will – auch das ist nicht ganz klar.

Jetzt ist die spannende Frage bezüglich Tesla: Wie schnell kann Tesla diese fehlenden Bereiche in der Gigafactory aufbauen?, bekommen Sie die nötigen Mitarbeiter mit dem Prozess-Know-How? und wie sieht die Patentlage bzw. die Sache mit den Lizenzgebühren aus? Denn genau darin liegt die von Tesla propagierte Ersparnis für die Akkuproduktion – welche für Ihr Model 3 extrem wichtig ist.

Woher kommt das ganze Lithium und insb. auch Kobalt?


Aber damit nicht genug – Petersen schreibt auch Sicherung bei archive.org, das die Sourcing Vereinbarungen von Tesla bezüglich Kobalt, Lithium und Graphit wohl nicht vollkommen transparent offengelegt sind – bzw. es ist nicht klar, woher z.B. all das Lithium und ggf. auch das (krisengebietfreie -> Kongo) Kobalt das die (gesamte) Industrie in den nächsten 5 Jahren benötigen wird herkommen soll. Sollte es zu einem Ressourcenengpass kommen, dann dürfte sich auch das wieder auf den Batteriepreis auswirken.

Ach ja, Solar City…


So bleibt es spannend wie es mit Tesla weiter geht, insbesondere auch in Bezug auf Solar City welches wohl ein Schulden und Ertragsproblem hat. Musk will dieses von Ihm selber gegründete Unternehmen nun wohl durch Tesla übernehmen um es zu retten (Link) (Nicht mehr verfügbar).

Bei allem hin- und her und Hype über Tesla sollte man bedenken das diese Kfz bisher (technisch hervorragende) Technikspielzeuge für betuchte sind. Tesla profitiert massiv vom Emissionsrechtehandel, staatlichen Subventionen und der schillernden Persönlichkeit seines Gründers – der Charisma hat sowie Visionen transportieren kann.

BEV und Realität


Wer aber denkt, das BEV (Battery Electric Vehicle) in der (unteren) Mittelklasse in naher Zukunft günstiger werden als ein Verbrenner und Ressourcen und Energie spaaren der sollte ggf. einmal hier nachlesen. Ggf. wird die mittelfristige Lösung eher doch ein Hybrid sein, wie z.B. der Toyota Prius. Denn bei Hybriden reicht eine kleine (billige und leichte) Batterie, wobei die Kurzstrecke dennoch voll Elektrisch bewältigt werden kann. Auch hierzu hat Petersen einen interessanten Artikel Sicherung bei archive.org.

Man kann eben nicht einfach mal den Antrieb austauschen und alles andere beim alten lassen. Dafür ist auch zukünftig – also bezogen auf die nächsten 10 Jahre – keine industrialisierbare Batterietechnik in Aussicht. Alle Verbesserungen in den Laboren müssen vor dem Einsatz erst durch langwierige Test und zudem auch beweisen das Sie mit den nötigen Toleranzen und Materialien günstig in einem industriellen Maßstab gefertigt werden können! Wer das nicht glaubt – der lese das hier: Lithium-ion battery testing: a technical nightmare Sicherung bei archive.org.

Ausblick


Alles wird es spannend wie es mit Tesla und den BEV insgesamt weiter geht. Sicher gibt es einen Markt der auch teure BEV von Tesla aufnehmen wird – insbesondere wenn die Staaten das fördern wie z.B. in Norwegen (keine Steuern, einfaches Parken, etc. pp) oder damit Prestige bzw. ein (Konsum- und Fahrerlebnis-) Kick verbunden ist. Ob dies auch für 500.000 Fahrzeuge pro Jahr, alleine von Tesla, reichen wird (und insbesondere wenn Tesla sein Preisziel nicht halten kann) ist unklar.

Das die ganze Factory (zumindest teilweie) mit PV-Strom betrieben werden soll macht es in der Summe nicht besser. Die Fabrik stellt Technologie am ‘oberen Ende’ unserer Zivilisation her, wobei es eines hohen Erntefaktors (EROEI) bedarf. Den liefert aber PV und insb. nötige Speichersysteme nicht. So steck u.a. energetische Subvention in den PV-Pannels der Fabrik und der Fabrik selber. Das schlimme dabei: PV Pannel aus China werden mit günstigem Kohlestrom produziert und verursachen 100% Verschmutzung (und Beitrag zum Klimawandel) jetzt! – wobei das dann über die Lebenszeit irgendwann einmal eingespart werden soll. Wie Tesla mit teuren PV-Strom (EROEI um die 2,5 in Spanien – noch ohne Abzug für ein Speichersystem verglichen mit Kohlestrom und einem EROEI von ca. 30-40) dann billige Akkus herstellen möchte ist ein weiteres Rätsel.

Quersubventioniert wird hier auf jeden Fall – ‘geldlich’ und energetisch. Letztendlich müssen die Kosten für diese (Luxus-)fahrzeuge dann wohl von denen getragen werden die sich diese nicht leisten können. Und ob und wann einfache BEV in der Klasse von Golf & VW Up! für den ‘Otto-Normalverbraucher’ überhaupt einmal preislich und von der Nutzung für die Masse attraktiv werden (könne) steht hingegen (noch) in den Sternen – oder auch nicht wenn es nach den LtG geht.

Gefragt sind also ganz andere Mobilitätskonzepte anstatt beim alten Konzept ‘Kraftfahrzeug‘ bzw. ‘Pkw‘ mal eben den Antrieb auszutauschen – sonst aber alles beim alten zu lassen!